Ratssitzung 17.02.25, TOP 5.2, VO/1499/24, Prüfauftrag Bevorzugung ÖPNV vor Motorisiertem Individualverkehr

Fraktion Linkes Bündnis Wuppertal

Rede gehalten von Gerd-Peter Zielezinski

 

Geehrter Herr Oberbürgermeister!

Werte Kolleginnen und Kollegen!

Meine Damen und Herren!

Wir wissen, dass es in diesem Hause eine Ratsmehrheit gibt, die eisern festhalten will an den vermeintlichen „Vorrechten“ des Motorisierten Individualverkehrs.

Dabei sind es gerade die im Straßenverkehr im Laufe der Jahre geschaffenen Vorrechte für den Individualverkehr, die als Bremse für ein wirkliches Mobilitätskonzept wirken. Die Zahlen der individuellen Verkehrsmittel steigen weiter, die vorhandene Infrastruktur ist (beim fließenden und ruhenden Verkehr) an der Kapazitätsgrenze angelangt. Und der ÖPNV, der eigentlich die wirkliche Entlastung bringen könnte, wird mit ausgebremst, weil er auch in dieser Verkehrsverdichtung feststeckt.

Mit Ausnahme der Schwebebahn! Die befördert – da unabhängig vom Straßenverkehr – bis zu 25.000 Menschen jeden Tag schnell und quer durchs Tal. Wieviel PKW’s müssten dafür unterwegs sein, die dann zusätzlich die Straßen verstopfen.

Und von der Geschwindigkeit her könnte selbst ein Porsche bei normalem Straßenverkehr nicht schneller als die Schwebebahn von Vohwinkel nach Oberbarmen fahren! Daher sind  die Transportkapazität, die Geschwindigkeit und die Fahrsicherheit einer Schwebebahn einfach unschlagbar!

Leider hat die Stadt Wuppertal in der Vergangenheit die Straßenbahnen, die Barmer Bergbahn, den Samba-Express und die O-Busse nach und nach abgeschafft.

Dafür wurden dann die Straßen ausgebaut und Busse für den ÖPNV eingesetzt.

Aber der Individualverkehr nahm zu und die Attraktivität des ÖPNV ab.

Heute – wo der Verkehrsstau auf den Straßen und der Parkraumdruck zunehmen, ist es eigentlich an der Zeit, die Verkehrspolitik neu zu überdenken und dabei auch auf alte Erfahrungen zurückzugreifen. Will heißen: die zukünftige Lösung der Verkehrsprobleme kann nicht mehr im MIV liegen, da hierdurch die Mobilität der Menschen zunehmend in der Parkplatzsuche und im Stau verloren geht.

In unserem - heute dem Rat vorliegenden - Prüfauftrag zur Bevorzugung des ÖPNV vor dem MIV begründen wir, wie durch eine andere Ampelschaltung und die Auslassung einiger Haltebuchten die Umlaufzeiten des Busverkehrs verbessert und der Zeitverlust bei Tempo 30- Bereichen mindestens kompensiert werden würde.

ÖPNV bei Ampelschaltungen zu bevorzugen ergibt einen Sinn. Weil in Bussen innerhalb einer Ampelgrünphase mehr Menschen befördern werden können, als in Individualfahrzeugen.

Das steigert  die Attraktivität des ÖPNV in der Bevölkerung.

Dies ist dringend erforderlich, wenn es gilt die CO2 Emissionen im Verkehrssektor zu senken und einen Verkehrskollaps zu vermeiden. Deshalb bitten wir um Zustimmung zu unserem „Prüfauftrag Bevorzugung ÖPNV vor MIV“.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.