Linksfraktion fordert konkrete Maßnahmen gegen Fachkräftemangel in der Pflege

Linksfraktion

Die Fraktion Die Linke im Rat der Stadt Wuppertal fordert, die Gewinnung und langfristige Bindung von Pflegefachkräften verbindlich in pflegepolitischen Planungen einzubeziehen. Hintergrund ist die aktuelle Örtliche Alten- und Pflegeplanung zum Stichtag 31.12.2023.

Diese prognostiziert bis 2030 einen deutlichen Anstieg pflegebedürftiger Menschen in Wuppertal. Bereits heute zeichnen sich rechnerische Unterangebote ab. In der Tagespflege fehlen perspektivisch 182 Plätze, in der Kurzzeitpflege 13 Plätze. „Es ist richtig, dass die Stadt den Ausbau dieser Angebote unterstützen will. Aber selbst, wenn die knapp 200 zusätzlichen Plätze geschaffen werden, bleibt die entscheidende Frage "Wer soll dort arbeiten?“, erklärt Deborah Sobotta, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion.

Nach Auffassung der Linken ist der Fachkräftemangel eine der zentralen strukturellen Herausforderungen im Pflegebereich. Ohne ausreichend Personal drohen die formulierten Ausbauziele ins Leere zu laufen. Mit einem Änderungsantrag hat die Fraktion daher beantragt, konkrete kommunale Handlungsmöglichkeiten zur Gewinnung und langfristigen Bindung von Pflegefachkräften zu prüfen und dem Rat Vorschläge für Pilotprojekte vorzulegen. „Unser Antrag ist keine symbolische Ergänzung. Die Personalfrage muss bei allen weiteren Maßnahmen im Pflegebereich von Anfang an nicht nur mitgedacht, sondern konkret benannt und verbindlich eingeplant werden“, so Sobotta.

Gleichzeitig macht Die Linke deutlich, dass der Pflegenotstand ein strukturelles Problem ist. Kommunale Maßnahmen sind notwendig, reichen jedoch nicht aus. Auf Bundesebene braucht es verbindliche Personalstandards, bessere Arbeitsbedingungen, eine solidarische Pflegevollversicherung und ein Ende der Profitorientierung in der Pflege. Die Fraktion betont abschließend, dass die Alten- und Pflegeplanung ein wichtiger Ausgangspunkt sei. Entscheidend sei nun, daraus konkrete politische Schritte abzuleiten, um die pflegerische Infrastruktur in Wuppertal langfristig zu sichern.