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Antrag: Sofortprogramm Hitzeschutz für obdachlose und suchtkranke Menschen in Wuppertal

Linksfraktion

Antrag: Sofortprogramm Hitzeschutz für obdachlose und suchtkranke Menschen in Wuppertal

Fraktion Die Linke

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,

 

Beschlussvorschlag 

Der Rat der Stadt Wuppertal möge beschließen: 

 

1. Die Verwaltung wird beauftragt, in Abstimmung mit dem zuständigen Dezernat für Umwelt und Gesundheit, dem Dezernat für Soziales und den freien Trägern der Wohnungs- und Suchthilfe ein Hitzeschutz-Sofortprogramm für obdachlose und suchtkranke Menschen zu erarbeiten und dem Sozialausschuss innerhalb von drei Monaten nach Beschlussfassung zur Beratung vorzulegen und gleichzeitig mit der akuten Umsetzung von Maßnahmen frühstmöglich zu beginnen. Als Orientierung soll hier der Runde Tisch dienen, wie er auch zur Koordinierung des Kälteschutzes im Winter einberufen wurde. 

 

2. Das Sofortprogramm soll folgende Bestandteile enthalten: 

a) Ein automatisch bei Ausrufung einer DWD-Hitzewarnung der Stufen 1 und 2 (siehe HAP, Anhang, S. 23) oder höher aktiviertes Protokoll für die mobile, aufsuchende Wasserversorgung durch Streetworker in Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen an zentralen Aufenthaltsorten obdachloser und suchtkranker Menschen im Stadtgebiet — ergänzend zu, nicht ersetzend durch bestehende stationäre Angebote. 

b) Zusätzlich zu der Wasserversorgung wird die Verwaltung beauftragt, zu prüfen, wie hoch der Bedarf von explizit obdachlosen und suchtkranken Menschen an niederschwelligen Tagesaufenthaltsplätzen ist und ein Konzept auszuarbeiten, wie dieser Bedarf konkret gedeckt werden kann. Die Maßnahme L-9 (siehe HAP, S. 46, 

vgl. HAP Anhang S.64) muss diese besonders gefährdete Gruppe mit einschließen. c) Die Verwaltung erhält den Auftrag, konkrete Umsetzungspläne aller Maßnahmen des HAPs, die obdachlose und suchtkranke Menschen betreffen, vorzulegen und zu realisieren. Wie zum Beispiel die kurzfristige Umsetzung der Hitze-Hotline. 

 

3. Die Verwaltung berichtet dem Sozialausschuss erstmals bei Vorlage des Sofortprogramms und danach jährlich — spätestens jeweils im April — über Umsetzungsstand und Weiterentwicklung. 


Begründung 

Obdachlose und suchtkranke Menschen gehören zu den am stärksten von Klimaereignissen betroffenen Bevölkerungsgruppen. Dies gilt für Kälteperioden genauso wie für Hitzeperioden: Sie halten sich tagsüber oft im öffentlichen Raum auf, haben keinen Zugang zu privaten Kühlmöglichkeiten und sind gesundheitlich häufig vorbelastet. In Wuppertal nutzen 2000 Menschen die zentrale Beratung für Wohnungslose, ca. 150 Menschen schlafen auf der Straße“ (HAP, S.33). Die Dunkelziffer der bedrohten Menschen ist weitaus höher. In Wuppertal weisen Streetworker bei Hitzeereignissen aktiv auf bestehende Hilfsangebote in der Wohnungs- und Suchthilfe hin (Talzeit, 25.06.2026; Wuppertaler Rundschau, 25.06.2026). Eine aktive, mobile Wasserversorgung direkt auf der Straße — die über die Verweisung auf stationäre Einrichtungen hinausgeht — ist bisher nicht als systematisches Angebot eingerichtet In Düsseldorf wurden nach vorliegenden Informationen während der Hitzewelle durch Streetworker:innen und Ehrenamtliche ca. 600 Liter Wasser pro Tag aktiv an obdachlose und suchtkranke Menschen auf der Straße ausgegeben. Ein Vorhaltekonzept, das bei Erreichen einer definierten Hitzewarnstufe automatisch aktiviert wird und mobile Wasserversorgung verbindlich einschließt, fehlt für Wuppertal bislang. Vor dem Hintergrund, dass suchterkrankte Menschen besonders schnell dehydrieren und überhitzen, handelt es sich hier um notwendige lebensrettende Maßnahmen. 

 

Mit freundlichen Grüßen 

Diana Ertel / Till Sörensen-Siebel 

Fraktionsvorsitzende, DIE LINKE im Rat der Stadt Wuppertal 

 

Beschluss: zur Vorberatung verwiesen
 

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