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Neues aus der Fraktion

Antrag in mehreren Gremien und zur Ratssitzung am 20. Mai 2019

Antrag Gelder der Integrationspauschale zielgruppengenau verwenden

VO/0290/19

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

sehr geehrte Damen und Herren,

Der Rat hat in seiner Sitzung am 25.2. beschlossen, 1 Mio. € aus den angekündigten Mitteln der Integrationspauschale für stadtteilbezogene Projekte zu verausgaben. Damit stehen noch mehrere Millionen Euro aus der Integrationspauschale zur Verfügung für Projekte, die direkt den Menschen mit familiärer Zuwanderungsgeschichte zu Gute kommen sollen. Außerdem könnten endlich, zumindest für einen gewissen Zeitraum, ehrenamtlich tätige Menschen (in den Flüchtlingshilfen usw.) bezahlt werden für ihre viele Arbeit, die sie bisher ohne große Anerkennung verrichten.

Projekte sind immer zeitlich befristet, was oftmals die Maßnahmen ad absurdum führt. Daher sollten hier Projekte und Maßnahmen kreiert werden, die nach Projektauslauf einen dauerhaften Effekt hinterlassen, z.B. durch Spracherwerb oder z.B. durch Fähigkeiten, die nicht mehr verloren gehen, („Empowerment“) oder durch weitere Motivation bei den bisher ehrenamtlichen Tätigen. Vor allem sollte das Fachpersonal qualifiziert werden, so dass die Projekte mit der Perspektive der Selbstbefähigung nachhaltige Wirkungen entfalten.

Sicherlich können nicht alle Projekte und Maßnahmen sofort an den Start gehen, weil die Suche nach Trägern länger dauert bzw. Netzwerke erst administrativ in eine Trägerlandschaft eingefügt werden müssen. Insofern müssen die Vorschläge auch nicht alle zugleich beginnen.

Die Verwaltung wird beauftragt,

  • für folgende Projektideen Träger zu finden, die diese umsetzen (siehe nachfolgende Auflistung),
  • in jeder Sitzungsfolge über den Stand der Umsetzung zu berichten (Maßnahme/Projekt, Träger, Zielgruppe, voraussichtliche Kosten),
  • in jeder Sitzungsfolge über die Schwierigkeiten bei der Realisierung der noch nicht umgesetzten Vorschläge zu berichten, damit der Rat bzw. seine Ausschüsse unterstützende Maßnahmen beraten kann,
  • in jeder Sitzungsfolge über weitere Projektideen, die an die Verwaltung herangetragen wurden, zu berichten,

damit der Rat bzw. seine Ausschüsse weitere unterstützende Beschlüsse fassen können.

Sicherlich sind Projekte für Kinder und Jugendliche besonders nachhaltig, wenn sie Fähigkeiten erzeugen, die anhalten. Das Gleiche gilt für Qualifikationen für Fachpersonal. Daher wird in der Liste der Vorschläge Gewicht auf solche Vorschläge gelegt.

KITA:

  • Eltern stärken durch „Empowerment“-Programm für die migrantischen Eltern z.B. über das Elternnetzwerk NRW
  • Schwimmen Mutter-Kind für muslimische Familien, verbunden mit Spracherwerb (insbesondere für Mütter)
  • Fußball für Mädchen, verbunden mit Spracherwerb
  • (Migrantische) Künstler*innen für KiTa-Angebote, die mehrsprachig arbeiten könnten, ggf. verbunden mit begleitender Sprachförderung in Deutsch. (Hier könnte man z.B. Hayat Chaoui und ihre Erfahrungen in Gesang und Musik mit Kindern und Eltern einbeziehen oder die Künstler der Oase.)
  • „Rucksack-KiTa“ in die KiTas bringen

SCHULE:

In Schulen mit höchstem Migrationsgrad: „Ungleiches ungleich behandeln!“ D.h.,

  • die Ausstattung dieser Schulen z.B. mit Materialien zum Umgang mit natürlicher Mehrsprachigkeit sollte verbessert werden;
  • prozessorientierte Schulentwicklung zum Unterricht in multilingualen Lerngruppen durch zusätzliches bezahltes Personal (z.B. von Studierenden der Universität Wuppertal, qualifiziert in Mehrsprachigkeitsunterricht). Durch ein solches team teaching werden angestammte Lehrkräfte im Umgang mit mehrsprachigen Lehr- und Lernsituationen gestärkt.
  • Kooperation mit der Lehrerbildung an der Uni Wuppertal etablieren - ähnlich wie Uni Duisburg/Essen
  • Maßnahmen zur Elternqualifizierung. Vielleicht könnte man die Teilnehmenden bisheriger Elternqualifizierung zu Multiplikator*innen machen (z.B. die Fortbildung von FESCH "Eltern mischen mit" speziell für Wuppertaler Schulen anbieten)
  • Das Projekt „Ein Quadratkilometer Bildung“, das bekanntlich ausläuft, sollte man auf einzelne Schulen übertragen.
  • Entlastung des pädagogischen Personals bei Verwaltung, Orga usw. durch ggf. mehrsprachige Verwaltungs- und Unterstützungskräfte, die den Lehrkräften Besorgungen und nicht-pädagogische Aufgaben abnehmen.
  • Ausstattung erweitern um Hilfsmittel (Computer, Materialien, Werkstatteinrichtung usw. wie pädagogische Werkstatt beim Projekt „Ein Quadratkilometer Bildung“)
  • Integrationshelfende Schüler*innen für neu zugewanderte Kinder und Jugendliche in den Schulen selbst finden und qualifizieren („Peer-Konzepte“ wie das erfolgreiche Projekt an der HS Hügelstr.)
  • Elterncafé an den Grundschulen mit Spracherwerb für Mütter
  • „Rucksack“-Projekt Schule in den entsprechenden Sozialräumen als durchgängige Bildungslinie implementieren

FRAUENBERATUNG:

  • Beratung von geflüchteten und (neu) zugewanderten Frauen, möglichst in ihrer Erstsprache und durch selbst zugewanderte Frauen
  • Daher auch Fortbildung für migrantische Frauen für den Einsatz in der Frauenberatung

 

Mit freundlichen Grüßen

Gunhild Böth                                       Gerd-Peter Zielezinski

Fraktionsvorsitzende                       Fraktionsvorsitzender

 

 

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Seite 2
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