Portrait Helin Argav

Helin Argav

Schulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Rat der Stadt Wuppertal

Rede von Helin Argav in der Ratssitzung vom 19. Dezember 2011 zur Einführung der 6. Gesamtschule in Wuppertal

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

Meine Damen und Herren,

wir haben heute schon mehrfach gehört, was für ein guter Tag es mit der heutigen Entscheidung für Wuppertal, für unsere Kinder und deren Zukunft sei. Aber das  können wir nicht so stehen lassen.

Es hat lange Zeit gebraucht, bis wir im Rat überhaupt zu einer Entscheidung für die Errichtung einer 6.Gesamtschule kommen konnten.

Ein kurzer Rückblick sei mir erlaubt, meine Damen und Herren:

Die Linke im Rat unternahm bereits??? (müsste irgendwann 2007 gewesen sein, da März 08 der Beschluss gefasst wurde) mit ihrem Antrag den Vorstoß zur Errichtung, um dem Elternwillen zu folgen. Dieser wurde von der großen Kooperation aufgenommen, in der Öffentlichkeit aber als eigene Initiative dargeboten, denn man wusste, dass der damalige Regierungspräsident, Herr Brüssow,  der Stadt die Zustimmung zur Errichtung einer weiteren Gesamtschule im Hinblick auf die Haushaltslage verweigern würde.  Und genau das geschah dann auch. 

Nur gab es weiterhin jedes Jahr eine hohe Anzahl der abgewiesenen Schülerinnen und Schüler an den vorhandenen Gesamtschulen und aus diesem Grund sind WIR drangeblieben: es kamen immer wieder Anfragen und Anträge der Linken im Schulausschuss und im Rat auf die Tagesordnung.

Im April 2011, also knapp drei Jahre nach der Beschlussfassung, stellten wir eine Anfrage an die Bezirksregierung, ob die 6.Gesamtschule überhaupt beantragt sei- dies war nicht der Fall.

Und somit kommen wir zu einem ganz wichtigen Punkt, meine Damen und Herren:  der Transparenz.

Es ist nicht transparent, die zuständigen Gremien unzureichend zu informieren.

Es ist nicht transparent, die Mitglieder des Schulausschusses der kleinen Fraktionen über die Vorlage der Verwaltung zur Errichtung durch die örtliche Presse informieren zu lassen.

Und es ist auch nicht transparent, dass die Schulen selbst auch nur aus der Presse informiert werden.

 

Nun haben wir heute also den lang ersehnten Tag; Wuppertal bekommt endlich eine weitere Gesamtschule. Das ist schön- der Standort ist allerdings völlig verkehrt.

Es ist schlichtweg unlogisch, die Gesamtschule an einem Standort zu errichten, an dem die Nachfrage nicht so groß ist. Wenn Sie sich die Entwicklung der Anmeldezahlen in den letzten Jahren anschauen, sehen Sie nämlich, dass die Nachfrage nach Barmen geht!

Einen weiteren Kritikpunkt sehen wir im Ausbau des Hauptschulgebäudes an der Kruppstraße. Dieser ist nämlich erstens teuer und zweitens völlig ungeplant. Es ist nicht klar, wo die Erweiterungsbauten hinsollen und aus der Schulausschussitzung am 06.Dezember ist auch deutlich geworden, dass der Ausbau mit der Schule selbst noch gar nicht abgesprochen wurde.

 Ebenfalls falsch ist es, die Erweiterung der Züge an der Gesamtschule in Vohwinkel aufzuheben, denn auch wenn die 6.Gesamtschule sechszügig werden soll, wird es nicht ausreichen, um die Plätze zu decken.

Daher wird es auch unvermeidbar sein, eine weitere Gesamtschule zu planen (wie es auch Herr Dahlhaus in seinem Schreiben vom 14.12. fordert) und dafür wird man dann auch die Schließung eines Gymnasiums in Betracht ziehen müssen.

Wir begrüßen zwar die Entscheidung zur Errichtung der 6.Gesamtschule, sind aber überzeugt, dass sie an diesem Standort völlig deplatziert ist und daher noch einige Probleme mit sich bringen wird!

Vielen Dank.