Keine neue Gesamtschule in Sicht

SPD und CDU mauern bei der Schulentwicklung

Wie jedes Jahr, so gibt es auch in diesem Jahr mehr als 500 Kinder, die keinen Platz an einer Gesamtschule erhalten haben. Obwohl CDU/SPD den Antrag der LINKEN nach Bau einer weiteren Gesamtschule zunächst ablehnten, beschlossen sie einige Monate später den Bau einer solchen.

Dann fiel ihnen auf, dass die Landesregierung Gesamtschulen derzeit nicht wünscht – und sie kniffen, statt wie andere Kommunen erfolgreich einen Konflikt mit der Landesregierung auf dem Rechtswege auszutragen. Insofern fühlte sich DIE LINKE in ihrem Verdacht bestätigt, dass CDU und SPD das gar nicht wirklich gewollt hatten.

Stattdessen beschlossen sie, die Gesamtschulen Langerfeld und Vohwinkel um insgesamt 3 Züge zu erweitern. Das bedeutet, demnächst werden weitere 75 Kinder einen Platz erhalten – aber mindestens 425 nicht!

DIE LINKE beantragte demgegenüber die Erweiterung von Gesamtschulen z.B. in Vohwinkel um die dort vorhandenen Schulen: Hauptschule, Realschule und Gymnasium. Das gleiche wäre in Barmen möglich: Statt teurer Neubauten könnten bestehende Schulen in die Gesamtschulen integriert werden: Man könnte die Gebäude weiterhin nutzen – und alle wären zufrieden.

Da DIE LINKE den Standort für eine solche Gesamtschul-Entwicklung genauer bestimmen möchte, haben wir nach den Anmeldezahlen gefragt: An welchen Gymnasien und Realschulen haben Eltern wie viele Kinder angemeldet? Es ist nämlich ein offenes Geheimnis, dass es mindestens zwei  Gymnasien gibt, die nicht über so hohe Anmeldezahlen verfügen, die eine durchgehende Dreizügigkeit sicherstellen würden; das aber ist gesetzlich verpflichtend. In der Realität verteilt dann die Schulaufsicht in Abstimmung mit der Stadt die Kinder so, dass alle Gymnasien erhalten bleiben! Eltern werden also gezwungen, ihr Kind an einer Schule anzumelden, die sie nicht gewählt haben!

Die nicht mehr von den Eltern angewählten Gymnasien sollten nach Auffassung der LINKEN in die nächstliegende Gesamtschule eingegliedert werden, dazu noch eine in der Nähe liegende Realschule – im Sinne der „Einen Schule für Alle“. Diese hätte mit einer hohen Binnenleistungsdifferenzierung die passende  Schulkarriere für alle SchülerInnen sichergestellt und damit eine gute Mischung der Leistungsniveaus.

Statt diesem Vorschlag der LINKEN zu folgen, verweigert die Stadt aber Auskunft über die Anmeldezahlen. Warum? Will die Stadt unbedingt an allen Gymnasien festhalten, obwohl die sinkenden SchülerInnen-Zahlen auch an den Gymnasien nicht vorbeigehen? Sollen Gymnasien und Realschulen mit aller Gewalt erhalten bleiben – obwohl mehr als 500 Eltern vergeblich einen Gesamtschuleplatz suchen?