Es ist empörend, wie die Deutsche Bahn AG mit den Menschen umgeht, die auf das Infrastrukturangebot der Bahn angewiesen sind. Während sie sich in Großprojekten für den Fernverkehr wie Stuttgart 21 finanziell und personell verausgabt und sich als internationaler Logistik-Konzern betätigt, fehlen offenbar die Ressourcen und der Wille, um auf der Nahverkehrsebene minimalen Informationspflichten gegenüber den Fahrgästen nachzukommen. Die Konzentration auf den vermeintlich profitablen Fernverkehr geht zu Lasten des Nahverkehrs. Die Sperrung der Müngstener Brücke durch das Eisenbahnbundesamt zeigt, dass die Ausrichtung der Deutschen Bahn an den Bedürfnissen der Kapitalmärkte Investitionen in die Sicherheit des Schienennetzes verhindert hat. Noch nicht einmal die Grundvoraussetzungen der Daseinsvorsorge und die Rahmenbedingungen der gesellschaftlichen Produktion können aufrecht erhalten werden. Die Privatisierung der Regionalbahnlinie 47 an das Unternehmen Abellio ist unter diesen Umständen kein Ausweg, sondern eine weitere Sackgasse, da auch dieses Unternehmen Ausstattung, Instandhaltung und Arbeitsbedingungen an der Rentabilität und nicht an den Bedürfnissen der Region ausrichten wird.