Ratsfraktion der offenen Liste
DIE LINKE Wuppertal
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Nicht nur bei den Sperrmüll -Kontrollen fallen MitarbeiterInnen des Ordnungsamtes immer mal wieder unangenehm auf. Am Wahlabend kam es am Eingang des Rathauses mutmaßlich im Auftrag von Oberbürgermeister Peter Jung, der das Hausrecht im Rathaus innehat, zu folgenden Vorfällen: Mehr...
In den vergangenen Monaten hat sich die Finanzsituation der Stadt weiter zugespitzt. Die nun veröffentlichte „Jahresergebnisprognose für die Gesamtverwaltung. 2. Bericht 2009“ spricht von einer dramatischen Verschlechterung, genauer: einem Fehlbetrag von 218.300.000 Euro. Das ist fast doppelt so viel, wie im Haushaltsplan veranschlagt worden war.... Mehr...
DIE LINKE im Rat sieht sich durch den heutigen WZ-Bericht über die zunehmende Zahl von Leerständen am südlichen Wall in ihrer oft geäußerten Einschätzung bestätigt, dass es illusorisch ist zu glauben, die Kaufkraft der Wuppertaler könne durch vermehrtes Angebot gesteigert werden. Mehr...
Die bisherige Diskussion um den künftigen Haushalt für Wuppertal geht von der falschen Voraussetzung aus, dass nämlich insgesamt weniger Geld zur Verfügung stünde als in früheren Zeiten. Das mag gegenwärtig für Wuppertal gelten, nicht aber für die gesamte Bundesrepublik Deutschland. mehr
In der Ratssitzung vom 17. Mai lehnte die Ratsmehrheit den Antrag der Ratsfraktion DIE LINKE ab, dass der Rat sich für ein Sanktionsmoratorium einsetzen solle.
Ungerechtfertigten Sanktionen gegen ALG II-BezieherInnen würden mit der Durchsetzung des Moratoriums ausgesetzt, noch bevor entsprechende Regelungen zur Umsetzung eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts erlassen werden.
Eine Zusammenfassung der "Debatte" im Stadtrat ist hier zu finden.
Kürzen und Streichen gehören schon lange zum Alltag in unserer Stadt. Die vorgelegten Maßnahmen können nicht ein einziges Problem Wuppertal lösen, sondern es werden nur neue geschaffen. Das Haushaltsdefizit in Höhe von fast 2 Mrd. Euro wird dadurch nicht beseitigt. Wie wir es auch drehen und wenden, es gibt nur einen Weg, Wuppertal und die anderen Städte wieder lebenswert zu machen.
Die vergangene Ratssitzung stand im Zeichen der maroden Wuppertaler Finanzlage. OB und Kämmerer brachten den Haushaltsplanentwurf für 2010/11 ein und betonten dabei, dass sich Wuppertal nicht allein aus dem Schuldenloch befreien könne. Während dieser Rede machten die DemonstrantInnen der Gegen-das-Kaputtsparen-Demo auf dem Johannes-Rau-Platz lautstark ihrem Unmut Luft, so dass dies auch im Ratssaal zu hören war.Auch DIE WOCHENZEITUNG (WOZ) aus der Schweiz berichtet in einem längeren Artikel über die Wuppertaler Kürzungesvorschläge und den Widerstand dagegen.
Eingeladen wurden dazu Vereine, Gruppen und Institutionen aus dem Bereich der Kultur, auch der freien Kulturszene, der Wohlfahrtspflege und Einzelpersonen. Die Einladung erfolgte per Handzettel, per Brief und per E-Mail.
Zu den Eingeladenen zählen sowohl etablierte Gruppen als auch solche, die der institutionalisierten Politik, insbesondere der des Rathauses, eher fern stehen.
Die Probleme, die das HSK den WuppertalerInnen bereitet, sind jedoch so groß, dass sich manche Gruppe zur Teilnahme an unserer Veranstaltung aufgerufen hat. Das ist sehr erfreulich, wird doch auf diese Weise Wirklichkeit, was im Rathaus so oft wie folgenlos gefordert wird: der Dialog mit den interessierten BürgerInnen.
Leider haben manche der eingeladenen Gruppen vergessen, darauf hinzuweisen, dass es sich bei der Beratung um eine Veranstaltung der Ratsfraktion DIE LINKE handelt. Wo es uns aufgefallen ist, haben wir dies richtig gestellt.
Bei der Stadt Wuppertal hat dies zu Irritationen geführt. Obgleich die größere der beiden Kooperationsparteien am 19. März im Ratssaal eine rathausfremde Person für die Selbstentleibung der Kommunen werben lässt (Jahresempfang der CDU mit NRW-Finanzminister Helmut Linssen), nahm der OB Anstoß daran, dass ratsfremde Gruppen für unsere Anhörung warben, und ermahnte uns unter Androhung der Entziehung des Raums, darauf zu achten, dass wir im Rathaus nur Sitzungen der Fraktion durchführen dürften.
Nichts anderes hätten wir vor, antworteten wir.
Wie der WZ vom 24. Februar zu entnehmen ist, zieht die Angelegenheit weitere Kreise. Chefredakteur Robert Maus diffamiert unsere Anhörung als „Demo-Party“, womit immerhin erreicht ist, dass die Existenz der Fraktion DIE LINKE zum ersten Mal in diesem Jahr in der Monopolzeitung Erwähnung findet.
Inzwischen erklärte mit Schreiben vom 23. Februar die Stadtspitze unsere Veranstaltung (Freitag, 26. Februar 2010, 17 Uhr, 2./3. Sitzungssaal, Rathaus) für „zulässig“.
Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,
in großer Sorge um unsere Stadt wenden wir uns an Sie:
Wuppertal droht zu veröden!
Seit Herbst letzten Jahres steht fest: Die Stadtverwaltung will bis zu 80 Millionen Euro jährlich einsparen.
Das Haushaltsdefizit in Höhe von fast 2 Milliarden Euro wird dadurch zwar nicht beseitigt, aber wichtige Bereiche des öffentlichen Lebens in Wuppertal werden kaputt gespart, wenn diese Pläne durchgesetzt werden.
Wuppertal hat aber nichts mehr zuzusetzen!
In dieser Lage rufen wir alle Bewohnerinnen und Bewohner Wuppertals dazu auf, Widerstand gegen die Kürzungspläne zu leisten.
Wir werden uns am 29. und am 30. Januar an den Aktionen der Belegschaft von Schauspielhaus und Oper beteiligen.
Wir bitten Sie, mit uns vor der nächsten Ratssitzung am 15. März 2010 gegen die Kürzungen zu demonstrieren und Ihren Protest zum Ausdruck zu bringen!
Stadtspitze und Verwaltung wissen, dass die finanzielle Lage der Stadt auch mit Kürzungen nicht zu retten ist. Nicht von ungefähr wird von der „Vergeblichkeitsfalle“ gesprochen. Unter diesen Umständen ist es sinnlos, die Stadt kaputt zu sparen. – Mag die Bezirksregierung doch den Sparkommissar schicken. Schlimmer kann es auch dann nicht werden.
Das Selbstbestimmungsrecht von Städten und Gemeinden, das in der Verfassung verankert isst, setzt auch voraus, dass die finanzielle Basis vorhanden ist, politisch unabhängig zu handeln.
Dafür wollen wir kämpfen, und wir fordern Sie auf, sich uns anzuschließen!
Elisabeth August Gunhild Böth Bernhard Sander Gerd-Peter Zielezinski
Gegen die Auswirkungen des Haushaltssicherungskonzeptentwurfs der Verwaltung hilft nur kräftige Gegenwehr, auch in den Stadtteilen.
Vielfältiger Widerstand der Bürgerinnen und Bürger notwendig!
Seit Monaten wird Wuppertal mit der Ankündigung harter „Sparbeschlüsse“ in Atem gehalten. Am 17. November 2009 wurden nun endlich diese Sparbeschlüsse vorgelegt. Während der Jahre 2010 bis 2014 sollen insgesamt 216 Millionen € eingespart werden. Kämmerer und Oberbürgermeister sahen sich zu der Erklärung veranlasst, dass damit natürlich nicht die Altschulden von insgesamt 1,8 Milliarden € getilgt werden können. Diese werden Wuppertal also weiterhin mit jährlichen Zinszahlungen in Höhe von wenigstens dreißig bis vierzig Millionen € belasten.
Schon vor gut einem Jahr hat das Gemeindeprüfungsamt vorgegeben, bei welchen Aufgaben eingespart werden soll: Im Bereich Soziales wird erwartet, dass sage und schreibe 1.900.000 (eine Million und neunhunderttausend) Euro gekürzt werden!
Vor allem durch Einsparung von Personal soll dieser Betrag erreicht werden. Weniger Personal heißt weniger Rat und Hilfe. Die Höhe der Sozialleistungen ist zwar durch Gesetz vorgegeben, aber Spielräume gibt es, um zu Lasten der hilfsbedürftigen Menschen zu kürzen.
Auf dem Plan steht auch die Schließung zweier Grundschulen und zweier Hauptschulen sowie weiterer Schulen im Grund- und Hauptschulbereich. Ersatz für diese Schulen wird es nach den Plänen der „Stadtoberen“ nicht geben.
Außerdem will die Verwaltung drei Freibäder und zwei Hallenbäder schließen! Das Schauspielhaus soll in gut zwei Jahren endgültig geschlossen werden, die Kleine Höhe - lange umstritten - soll verkauft werden, damit dort Wohnungen von privaten Investoren gebaut werden. Das Konzept mit den Geld bringenden Gewerbeflächen ist offensichtlich gescheitert!
Die Fördermittel für Stadtteilprojekte werden dramatisch gekürzt; Fördermittel vom Land NRW entfallen, weil die Stadt Wuppertal die notwendigen Eigenmittel – nach dem Willen der Bezirksregierung – nicht mehr aufbringen darf.
Betroffen ist das Nachbarschaftsheim am Platz der Republik, sind Jugendtreffs in Stadtteilen und ähnliche Einrichtungen. Erhöht werden sollen abermals die Beiträge für Kindertagesstätten und die offenen Ganztagsschulen.
Teure Großprojekte wie der aufwändige Umbau Döppersberg (Kosten etwa 91 Millionen €) wurden hingegen nicht offen beanstandet. Allerdings soll er sich an den finanziellen Möglichkeiten der Stadt orientieren! Eigentlich müsste das heißen: Der Umbau Döppersberg muss aufgeschoben werden – da ja kein Geld vorhanden ist, noch nicht einmal für das Notwendigste.
Nicht von ungefähr hat sich vor einem Jahr die Initiative „Wuppertal wehrt sich“ gegründet. Fast alle Parteien im Stadtrat haben erklärt, diese Initiative unterstützen zu wollen. Abzuwarten bleibt, welche Taten diesen Worten folgen werden. Massiver Widerstand der Bürgerinnen und Bürger ist erforderlich, damit Wuppertal nicht „totgespart“ wird.
Dabei darf es nicht darum gehen, das eine Projekt gegen das andere auszuspielen. Eine lebendige Stadt braucht Soziales und Kultur, braucht Schulen, Freizeiteinrichtungen und aktives Stadtteilleben!
Wuppertal hat derzeit etwa 1,6 Milliarden € Schulden, davon etwa 216 Millionen € an wiederkehrenden Schulden. Diese Schulden werden sich erhöhen. Tatsache ist aber auch: Durch die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise sind die Gewerbesteuereinnahmen in der Stadt dramatisch zurückgegangen. Durch die gegenwärtige Finanzkrise sind wieder mehr Menschen arbeitslos geworden, davon viele, die Arbeitslosengeld II erhalten.
Hier muss die Stadt mit ihren Mitteln für den großen Teil der Wohnkosten aufkommen. Durch Arbeitslosigkeit bedingt zahlen weniger Bürgerinnen und Bürger Einkommensteuer. Von der Einkommensteuer aber erhält die Stadt einen Anteil, der sich nach der Zahl der einkommensteuerpflichtigen Menschen in einer Stadt richtet. Auch diese Einnahmen gehen also zurück.
Katastrophal ist ferner, dass ab dem Jahr 2012 – also in zwei Jahren – die Zuwendungen des Landes NRW für Investitionen in den Städten und Gemeinden gekürzt werden sollen. Insoweit sind auch die Gelder aus dem viel gerühmten „Konjunkturprogramm II“ nur vorgezogene Zahlungen, die ab 2012 wieder zurückgespart werden!
Schon jetzt führt der „Beförderungsstau“ dazu, dass sich Angestellte der Stadt wegbewerben. Wer eine Familie hat, benötigt ein Einkommen, mit dem er vernünftig leben kann. Wenn dies in Wuppertal nicht mehr möglich ist, verlässt die Familie natürlich diese Stadt.

Nicht von ungefähr haben die Feuerwehrleute Ende Oktober gegen die Verschlechterung der Einkommensbedingungen demonstriert. Nicht von ungefähr haben im Frühjahr Erzieherinnen und Erzieher monatelang gestreikt.
Es ist also für die Bewohnerinnen und Bewohner dieser Stadt nicht gleichgültig, ob Geld für vernünftige Bezahlung städtischer Angestellter zur Verfügung steht oder nicht. Es ist nicht gleichgültig, ob die Schwimmbäder erhalten bleiben oder geschlossen werden, und es ist ganz und gar nicht gleichgültig, ob Mittel für die Jugendarbeit und für Pflegestellen gekürzt werden oder nicht. Die Folgen einer Verschlechterung sind unabsehbar.
Was aber tun, wenn kein Geld vorhanden ist? Noch vor wenigen Monaten wurden in NRW Milliarden und Millionen Euro aufgewendet, um die Westdeutsche Landesbank vor dem Konkurs zu retten. Seither hat das Land NRW ein Finanzierungsproblem, das offensichtlich die Gemeinden lösen sollen!
Das Land NRW ist in der Pflicht, für ausgeglichene Lebensverhältnisse im Land zu sorgen. Das heißt, dass Städte mit wenigen Einnahmen Ausgleichsmittel erhalten müssen, um angemessen wirtschaften zu können. Solche Mittel stehen aber immer weniger zur Verfügung. DIE LINKE fordert deshalb:
Die immensen Ausgaben, die Bund und Land zur Sicherung von Banken und bankrotten Großfirmen investiert haben, dürfen nicht auf Kosten der Städte und Gemeinden und auf Kosten von deren Bewohnerinnen und Bewohnern refinanziert werden!
Notwendig ist eine Neugestaltung der Gemeindefinanzen! Bund und Land müssen die Aufgaben und Lasten, die sie den Kommunen übertragen, selbst finanzieren! Erforderlich ist eine Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums in diesem Land zugunsten der öffentlichen Aufgaben!
Dafür wird DIE LINKE im Rat der Stadt Wuppertal stehen. Dafür wird sie sich aktiv beteiligen an Bewegungen wie „Wuppertal wehrt sich“ und an vielfältigen Aktivitäten in der Stadt und den Stadtteilen, damit Wuppertal nicht „wegen Armut geschlossen“ wird!
Elisabeth August
Am 2. Oktober beantwortete der Kämmerer Dr. Slawig unsere in der Ratssitzung vom 21. September gestellte Anfrage nach einem aktuellen Sachstandsbericht über den gegenwärtigen Zustand des Wuppertaler CBL-Vertrags über das städtische Kanalnetz.
Der zur Schau getragene Optimismus des Kämmerers bleibt ungebrochen: Mit der gleichen Sicherheit, mit der seinerzeit die Risikolosigkeit des ganzen CBL-Geschäfts verkündet wurde, behauptet er jetzt, „ unter Berücksichtigung dieses Verlustes [dem Verkauf der soeben erst erworbenen US-Schatzbriefe] sowie der insgesamt angefallenen Transaktionskosten [werde der Stadt] der größere Teil des Barwertvorteils erhalten bleiben“.
Ob das stimmt, wird sich noch zeigen.
Dr. Slawig geht bei seiner Aussage davon aus, dass das Depot bei der maroden AIG einen Wert von 70 Mio. US-$ hat.
Ob das Depot diesen Wert jemals erreichen wird, steht in den Sternen. Zur zeit soll es allerdings nur einen Wert von 52 Mio. US-$ haben.
Ferner bleibt in dieser Sache unerwähnt, dass der Erlös aus der CBL-Aktion gar nicht mehr vorhanden bzw. anderweitig angelegt ist, d.h. die durch dessen Schmälerung entstandenen Verluste müssen aktuell neu aufgebracht werden.
Die in der Ratssitzung von unserem Stadtverordneten Gerd-Peter Zielezinski gestellte Frage, ob CBL als Erfolgsmodell zu betrachten sei, beantwortete Dr. Slawig damals ausweichend. Wir wissen, warum.
Gerd-Peter Zielezinski, Elisabeth August, Helin Argav und Bernhard Sander
Bei der Kommunalwahl 2009 erreichte die offene Liste DIE LINKE 6,4% der abgegebenen Stimmen und vier Stadtverordnetenmandate. Sie hat jetzt auch in allen 10 Bezirksvertretungen Abgeordnete, in den Bezirksvertretungen Elberfeld und Barmen in Fraktionsstärke.
Seit der Kommunalwahl 2004 ist die Ratsfraktion der offenen Liste DIE LINKE (damals PDS) im Rat der Stadt Wuppertal vertreten. Nach dem Austritt eines Mitglieds aus der Fraktion im Januar 2009 arbeiten wir als Ratsgruppe weiter.
Wie der Kämmerer versucht, die Zukunft der CBL-Verträge schönzureden
Die Reaktion des Kämmerers Dr. Johannes Slawig auf unsere Anfrage an die Verwaltung ist bezeichnend. Wenn, wovon ausgegangen werden mag, seine Aussagen richtig wiedergegeben worden sind, dann hat er sich für seine Verhältnisse sehr vorsichtig ausgedrückt: Jeder Satz ist mit einem "derzeit" versehen, einmal heißt es "bisher". Das bedeutet, dass der Kämmerer uns eben nicht sagen kann, was er uns und den WZ-Lesern zu sagen versucht.
Und er hat auch allen Grund, sich darauf nicht festnageln lassen zu wollen. Mit den CBL-Verträgen, von denen Slawigs Mitarbeiter Lobers gesagt hat, dass er sie nicht wieder abschließen würde, hat sich schon so viel anders entwickelt, als die Herren sich das damals gedacht haben.
Jetzt geht die Verwaltung z.B. davon aus, dass die 70 Mio. US-Dollar, mit denen die Stadt das AIG-Depot für das Kanalnetz zurückgekauft hat, wieder herein kommen. Das Depot hat aber zur Zeit nur noch einen Wert von 52 Mio. Dollar. Beim CBL-Vertrag über das Müllheizkraftwerk steht überhaupt noch nichts fest. Die Annahme, dass keine Verluste entstehen werden, beruht also auf dem Prinzip Hoffnung.
Vollkommen risikofreie hohe Gewinne haben die Berater der Stadt damals versprochen, viel Geld für nichts. Jeder normale Mensch wird ja misstrauisch, wenn er so etwas hört. Nicht so die Stadt Wuppertal und viele andere Städte in Deutschland, Österreich usw.
Eigentlich sollte man ja erwarten, dass die Verwalter öffentlichen Eigentums, wie es Stadtverwaltungen bzw. Kämmerer sind, klüger sind als Leute, die sich an der Haustür ein Zeitschriften-Abonnement aufschwatzen lassen - faule Versprechungen aber sind offenbar sehr verlockend, wenn man dringend Geld braucht.
Die faulen Versprecher aber waren bei den CBL-Verträgen die einzigen garantierten Gewinner ebenso wie die amerikanischen Steuerzahler die einzigen garantierten Verlierer waren.
Geradezu aufdringlich deutlich wird das jetzt, und da wäre es doch durchaus angebracht, sich schon mal kundig zu machen, ob es möglich ist, einen von den Kumpels haftbar zu machen, mit denen man sich damals so gut verstanden hat.
Dr. Slawig bezieht sich bei den in der WZ wiedergegebenen Antworten nur auf Verluste aus den CBL-Verträgen. Das war aber nicht das einzige, wonach wir gefragt haben. Wir haben ausdrücklich auch auf entgangene Gewinne Bezug genommen. Dass die Gewinne jetzt nicht so hoch sind, wie vor zehn Jahren angekündigt, weiß man jetzt, denn noch immer verursachen diese Verträge unvorhergesehene Kosten, und es ist kein Ende abzusehen. Die Gewinne, die bei Abschluss der Verträge erwartet wurden, sind längst ausgegeben. Infolgedessen belasten die z. Z. entstehenden Kosten den Haushalt mit nicht erwarteten Summen.
Am 30. Juni 2009 besuchte Ministerpräsident Jürgen Rüttgers Wuppertal, um auf einen Knopf zu drücken. Die Absage des 1. Spatenstichs für den Umbau des
Döppersberg ist von großer Symbolkraft, denn es passiert zunächst einmal - nichts!
Die Bauarbeiten werden nicht vor Januar 2010 beginnen.
Dieser Jürgen Rüttgers ist derselbe, der den Stadtteilprojekten der Maßnahmen
„Soziale Stadt“ und „Stadtumbau West“ das Wasser abgegraben hat, indem er
Wuppertal verbot, Eigenmittel dafür einzusetzen.
Niemand braucht den Leuchtturm im Tal ...
Dass am Döppersberg vieles verbessert werden muss, ist unübersehbar und wird
von niemandem bestritten. Das Projekt jedoch ist nach Ansicht vieler BürgerInnen
in der geplanten Form überflüssig. Die Verlagerung des Busbahnhofs neben den
Hauptbahnhof bringt für die BesucherInnen der City lange Fußwege und ist so
widersinnig wie der Bau neuer Geschäfte und Büroräume im Bahnhofsbereich.
Bereits jetzt stehen in der Elberfelder Innenstadt reichlich Gewerbeflächen leer.
Die 35 Mio. Euro Eigenmittel der Stadt für den Umbau sollten anderweitig sinnvoller
ausgegeben werden.
Trotz aller Bedenken wird am „Leuchtturmprojekt“ verbissen festgehalten, bereits
sind Gelder in die Planung des Umbaus geflossen. Die Verwaltung und der
Rat der Stadt kannten in der Vergangenheit keine Skrupel und verkauften Teile
der Stadtwerke, um u. a. den Eigenanteil an den Regionale 2006-Projekten zu
finanzieren, zu denen auch der geplante Döppersberg-Umbau gehörte.
... aber die Stadtteile brauchen Geld!
Es ist gut, dass auf Rüttgers Knopfdruck zum Wahlkampfstart zunächst einmal
nichts geschehen wird. So bleibt Gelegenheit, noch einmal in Ruhe und mit
BürgerInnenbeteiligung zu überlegen, ob Wuppertal einen Spatenstich am
Döppersberg braucht oder nicht.
Was dagegen mit Sicherheit gebraucht wird, ist Geld für die Stadtteile, für kulturelle
und soziale Initativen.
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